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NAZA widerlegt

NAZA, der 2026 gemeinsam mit The Guardian veröffentlichte Film von Yuval Abraham und Rachel Szor, gibt sich als Dokumentation aus. Tatsächlich will er überzeugen. Sprache, Interviews und Schnitt führen das Publikum Szene für Szene zu einem vorab festgelegten Schluss: Israel begehe Völkermord.

Diese Seite zeigt zunächst, was die englischen Untertitel an den Aussagen der Soldaten verändern. Danach geht es um die Antwort der israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) und um die Erkenntnisse von Journalisten, Kritikern und Offizieren. Abschließend analysieren wir mehr als vierzig Szenen und benennen jeweils die eingesetzte Beeinflussungstechnik mit Begriffen aus dem Neurolinguistischen Programmieren (NLP). Die Zitate aus dem Film sind aus dem Hebräischen übersetzt.

Was die Untertitel verändern

Die meisten Zuschauer von NAZA sprechen kein Hebräisch. Was die Soldaten gesagt haben, erfahren sie nur aus den englischen Untertiteln. An mehreren Stellen gehen diese über das Gesagte hinaus: Ein Wort wird hinzugefügt, eine Einschränkung fällt weg, eine vage Bemerkung wird zur festen Behauptung. Dafür braucht es keine Interpretation. Stellt man Gesprochenes und eingeblendeten Text nebeneinander, stimmen sie nicht überein.

  1. Auf Hebräisch gesagt
    „Man hat das Gefühl, dass es so gemacht werden muss.“
    Englischer Untertitel
    The sense in Israeli society is that that’s what we should do.

    Der Soldat spricht lediglich von einem Gefühl. Der Untertitel schreibt dieses Gefühl der gesamten israelischen Gesellschaft zu. Beim Publikum im Ausland entsteht so der Eindruck, ein ganzes Land wolle dieses Vorgehen.

    Von unserem Team im Film festgestellt

  2. Auf Hebräisch gesagt
    „Ahmed und seine ganze Familie.“
    Englischer Untertitel
    Ahmed and his family will die.

    Der Soldat zeigt auf eine Wohnung auf seinem Bildschirm und nennt die Menschen, die dort wohnen. Der Untertitel fügt hinzu, dass sie sterben werden.

    The Times of Israel

  3. Auf Hebräisch gesagt
    „Es gab eine Freigabe von, so ungefähr, 500 für eine einzelne Person.“
    Englischer Untertitel
    There was approval once to kill 500 for one human target.

    Der Soldat schränkt seine Aussage ein und sagt nie „töten“. Der Untertitel lässt die Einschränkung weg und fügt das Töten hinzu. Genau diese Behauptung nahm der Film in seinen Trailer auf.

    The Times of Israel

Wer kein Hebräisch spricht, kann das nicht bemerken. Die drastischsten Aussagen des Films erreichen sein Publikum im Ausland in Worten, die die Soldaten nicht gesagt haben.

Was die israelische Armee sagte

Die israelische Armee äußerte sich mehrfach zu dem Film: zunächst nach seiner Premiere in Venedig, dann zu einer Behauptung aus dem Trailer und schließlich in einer zehnseitigen schriftlichen Stellungnahme. Die Filmemacher hatten die Vorwürfe vor der Veröffentlichung nicht an die Armee herangetragen und ihr auf Anfrage auch keine Kopie des Films zur Verfügung gestellt. Die Stellungnahmen werden in der veröffentlichten Fassung zitiert.

  1. Die israelische Armee weist die in diesem Film erhobenen Vorwürfe entschieden zurück. Der Film stützt sich auf anonyme Aussagen von Personen, deren Identität nicht überprüft werden kann. Es lässt sich weder feststellen, ob sie überhaupt in der israelischen Armee gedient haben, noch in welcher Funktion sie tätig waren oder ob sie an den Vorgängen beteiligt waren, auf die sich die Vorwürfe beziehen.

    Sprecherabteilung der israelischen Armee X · Israel Defense Forces

  2. Das ist vollkommen falsch. Die israelische Armee hat niemals einen Angriff in Gaza geplant, genehmigt oder ausgeführt, bei dem mit dem Tod von 500 Zivilisten oder auch nur annähernd so vielen Zivilisten gerechnet wurde. Während des gesamten Krieges wurde auch kein glaubwürdiger Vorwurf erhoben, wonach ein Angriff der israelischen Armee annähernd so viele Todesopfer verursacht hätte. Die Filmemacher konnten diese Behauptung unmöglich überprüfen; es gibt keine stichhaltigen Belege dafür, und dennoch haben sie sie veröffentlicht.

    Sprecherabteilung der israelischen Armee zur Behauptung über 500 Zivilisten X · Israel Defense Forces

  3. Die im Werbematerial erhobenen Behauptungen sind unzutreffend. Einige davon werden verzerrt und irreführend dargestellt und haben keinen Bezug zur Realität vor Ort. Um eine sachliche, professionelle und faktenbasierte Diskussion zu ermöglichen, statt einer Diskussion auf Grundlage irreführender Darstellungen, lade ich die Filmemacher ein, Vertretern der israelischen Armee die Sichtung des gesamten Films zu ermöglichen. So können wir auf jeden darin erhobenen Vorwurf einzeln und in der Sache eingehen.

    Brigadegeneral Effie Defrin, Sprecher der israelischen Armee Jewish News

  4. In den zitierten Ausschnitten werden Behauptungen über die nationale und militärische Strategie aufgestellt, über die Soldaten niedriger Dienstgrade offenkundig keine Kenntnis haben. Entscheidungen über die Auswahl und Genehmigung von Angriffen werden in der israelischen Armee ausschließlich von Menschen gemäß den Richtlinien der Armee getroffen, nicht von künstlicher Intelligenz.

    Sprecherabteilung der israelischen Armee Ynet

  5. Nach allem, was bisher veröffentlicht wurde, ist dies kein Film, der Kritik an der israelischen Armee übt, und auch kein Versuch, die Wahrheit festzustellen. Er beruht auf Ritualmordlegenden, bewussten Verzerrungen der Wirklichkeit und schwerwiegenden falschen Anschuldigungen gegen Soldaten und Kommandeure der israelischen Armee.

    Generalleutnant Eyal Zamir, Generalstabschef der israelischen Armee Al-Monitor

  6. Der Film „NAZA“ zeichnet ein verzerrtes, irreführendes und unredliches Bild davon, wie die israelische Armee Ziele plant und Angriffe ausführt. Die Erzählung des Films beruht auf erheblichen sachlichen Fehlern, die aus einer verfälschenden und manipulativen Darstellung der Wirklichkeit entstehen.

    Sprecherabteilung der israelischen Armee, schriftliche Stellungnahme IDF Spokesperson's Unit

Die schriftliche Stellungnahme der IDF, Punkt für Punkt

Am 1. Oktober 2026 veröffentlichten die israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) eine zehnseitige Stellungnahme. Darin heißt es, der Film bestehe aus Aussagen anonymer Personen, die überwiegend Erfahrungen aus einer frühen, begrenzten Phase eines vielstufigen Verfahrens schilderten. Er lasse Zusammenhänge aus, die für das Verständnis des Krieges wesentlich seien, und verstärke die Verzerrung durch manipulative Schnitte und Anspielungen auf historische Gräueltaten.

Die Stellungnahme beginnt beim Titel: NAZA ist das hebräische Akronym für nezek agavi, Kollateralschaden – ein Fachbegriff, den jede Armee verwendet, die sich an das Recht hält. „Paradoxerweise stellt der Film die außergewöhnliche Sorgfalt und Genauigkeit, mit der die IDF solche Schäden vor Angriffen abschätzen, als Beleg für Gleichgültigkeit gegenüber dem Leben von Zivilisten dar. Tatsächlich ist die Abschätzung der zu erwartenden Schäden für Zivilisten bei Angriffen völkerrechtlich vorgeschrieben.“ Anhand dieser Abschätzung entscheiden Kommandeure, ob ein Angriff rechtmäßig ist, zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen nötig sind, der Plan geändert oder der Angriff abgesagt werden muss.

IDF Spokesperson's Unit

Drei Mängel bei der Entstehung des Films

  1. 01
    Zeugen äußern sich über Dinge, die sie nicht wissen können

    Die Interviewten werden als Angehörige des Nachrichtendienstes vorgestellt. Ihre Schilderungen betreffen frühe Phasen der Informationsgewinnung, nicht die Planung und Genehmigung von Angriffen. Dafür sind operative Stellen zuständig. Eine vorläufige Schätzung der Zahl von Zivilisten in der Nähe eines Ziels ist nicht die endgültige Schätzung, auf deren Grundlage ein Angriff ausgeführt wurde: Die Wahl eines bestimmten Zielbereichs, eine andere Waffe oder ein anderer Zeitpunkt sowie Evakuierungen nach Warnungen können die Zahl erheblich verändern. Fachlich unabhängige Rechtsberater prüfen Angriffe. Während des Krieges haben Kommandeure Angriffe wegen der zu erwartenden Schäden für Zivilisten eingeschränkt, geändert, zur erneuten Prüfung zurückgegeben oder abgelehnt.

  2. 02
    Keine Überprüfung

    Über die anonymen Aussagen hinaus nennt der Film keine Anweisungen, Unterlagen oder anderen Belege. Kein behaupteter Angriff wird durch Ziel, Datum, Ort oder Opferzahlen kenntlich gemacht. Zuschauer können daher keinen davon überprüfen. Entgegen gängiger journalistischer Praxis legten die Filmschaffenden ihre Vorwürfe den IDF vor der Veröffentlichung nicht zur Stellungnahme vor.

  3. 03
    Ausgelassener Kontext

    Der Film misst dem Massaker vom 7. Oktober, das die von der Hamas ausgehende Bedrohung und Israels Kriegseintritt erklärt, kaum Gewicht bei. Ebenso wenig berücksichtigt er, dass die Hamas ihre Terroristen, Waffen und Infrastruktur in und unter Krankenhäusern, UN-Einrichtungen, Schulen und Moscheen unterbrachte und in Zivilkleidung kämpfte. Auch die Maßnahmen zum Schutz von Zivilisten kommen zu kurz: abgesagte Angriffe, eine Stelle zur Verringerung ziviler Schäden, die Warnungen herausgab und die Anwesenheit von Zivilisten verfolgte, unabhängige Rechtsberater sowie mehr als 3.9 Millionen Tonnen Lebensmittel, die seit Oktober 2023 nach Gaza gebracht wurden.

Die Behauptungen des Films und die Antworten der IDF

  1. Der Film
    Es gab eine Genehmigung, bei einem einzigen Angriff 500 Zivilisten zu töten.
    Die IDF
    Die IDF haben in Gaza niemals einen Angriff geplant, genehmigt oder ausgeführt, bei dem der Tod von 500 Zivilisten oder auch nur annähernd so vielen Menschen erwartet wurde. Niemand hat ernsthaft behauptet, dass ein Angriff auch nur annähernd so viele Todesopfer verursacht habe. Die Filmschaffenden nahmen die Behauptung in den Trailer auf, obwohl sie sie nicht überprüfen konnten.
  2. Der Film
    Bei Angriffen auf rangniedrige Terroristen durften bis zu 20 zivile Todesopfer erwartet werden, bei ranghohen Kommandeuren bis zu 200.
    Die IDF
    Die Behauptung verwechselt eine Genehmigungsschwelle mit der Erlaubnis zum Angriff und eine Datenbank mit einer Zielliste. Eine Schwelle legt lediglich fest, wer einen Angriff genehmigen darf. Sie ist keine zulässige Zahl von Todesopfern, und jeder Kommandeur muss weiterhin die Verhältnismäßigkeit jedes einzelnen Angriffs beurteilen. Dass ab bestimmten Zahlen eine Genehmigung auf höherer Ebene erforderlich ist, ist in westlichen Streitkräften üblich. Eine Schwelle von 200 gab es nie.
  3. Der Film
    Lavender ist eine Liste von Menschen, die getötet werden sollen.
    Die IDF
    Lavender ist eine Datenbank, die nachrichtendienstliche Quellen abgleicht, um Informationen über Terroristen aktuell zu halten. Dass eine Person darin erfasst ist, macht sie nicht zum Angriffsziel und stellt erst recht keine Genehmigung für einen Angriff dar.
  4. Der Film
    Bei der NAZA-Zählung wird nicht zwischen Erwachsenen und Kindern unterschieden.
    Die IDF
    Genau das verlangt das humanitäre Völkerrecht: Ein Zivilist ist unabhängig vom Alter ein Zivilist, und kein ziviles Leben ist weniger wert. Während des gesamten Krieges veranlasste die Anwesenheit von Zivilisten, insbesondere von Kindern, Kommandeure dazu, Angriffe abzusagen, zu verschieben oder neu zu planen.
  5. Der Film
    Nach Angriffen wurde nie überprüft, ob Zivilisten getötet wurden.
    Die IDF
    Mehrere Einheiten der IDF prüfen die Folgen von Angriffen, darunter auch Meldungen über Schäden für Zivilisten. Die Interviewten gehörten diesen Einheiten nicht an. Die Prüfungen führten zur Aufarbeitung Hunderter Vorfälle; über strafrechtliche Ermittlungen entscheidet die Militärstaatsanwaltschaft.
  6. Der Film
    Künstliche Intelligenz erzeugte Zehntausende Ziele, die angegriffen wurden.
    Die IDF
    Künstliche Intelligenz entscheidet weder, ob ein Objekt oder eine Person ein Ziel ist, noch, ob ein Ziel angegriffen wird. Menschliche Analysten identifizieren Ziele nach festgelegten Verfahren; ein dazu befugter Nachrichtendienstoffizier bestätigt sie. Ein umfassenderer Planungsprozess endet mit der Entscheidung eines operativen Kommandeurs nach Maßgabe des Völkerrechts. Datenwerkzeuge helfen Analysten lediglich dabei, bereits gesammelte Informationen abzugleichen.
  7. Der Film
    Soldaten schossen nahe Hilfsgüterausgabestellen auf Zivilisten.
    Die IDF
    Die Anweisungen der IDF verbieten es, Zivilisten anzugreifen. In der Nähe der Ausgabestellen erlaubten die Einsatzregeln Schüsse nur auf Terroristen und Verdächtige, von denen eine unmittelbare Bedrohung ausging. Die Stellen befanden sich in einem Kriegsgebiet, in dem sich Terroristen bewusst unter die Menge mischten. Nach tragischen Vorfällen fanden Untersuchungen statt; Zugangswege, Schilder und Absperrungen wurden ergänzt, und besondere Vorfälle wurden an den Untersuchungsausschuss des Generalstabs verwiesen.
  8. Der Film
    Gebäude wurden „nach dem Algorithmus“ bombardiert, obwohl noch ein Viertel der Bewohner dort war, weil sie zuvor gewarnt worden waren.
    Die IDF
    Ein Algorithmus hat nie über einen Angriff entschieden. Am Anfang eines Angriffs steht ein militärisches Ziel. Ohne ein solches Ziel wird nichts geplant, unabhängig von der Zahl der Zivilisten. Eine Warnung erlaubt es niemals, die verbleibenden Zivilisten außer Acht zu lassen. Wo die Hamas Gebäudegruppen in Kampfstellungen verwandelte, musste dennoch jedes Gebäude einzeln als Ziel bestimmt und einer Verhältnismäßigkeitsprüfung unterzogen werden.
  9. Der Film
    In den IDF verbreitete sich die Ansicht, dass es in Gaza keine unbeteiligten Zivilisten gebe.
    Die IDF
    Die Unterscheidung zwischen Kombattanten und Zivilisten ist in jeder Anweisung der IDF zur Zielauswahl festgeschrieben. Das Empfinden eines einzelnen Interviewten steht nicht für die IDF, ihre Kommandeure oder ihre Befehle. Ebenso wenig steht es für die Warnungen, die sorgfältige Planung und die abgesagten Angriffe, mit denen diese Unterscheidung umgesetzt wurde.
  10. Der Film
    Ein Interviewter wurde gefragt, ob dies Völkermord sei, und antwortete mit Ja.
    Die IDF
    Der Vorwurf ist ungeheuerlich und unbegründet. Menschen, die keine Fachleute sind und an Entscheidungen der Führung nicht beteiligt waren, nach ihrer persönlichen Einschätzung eines Rechtsbegriffs zu fragen, ist manipulativ und unerheblich. Völkermord setzt die besondere Absicht voraus, eine Gruppe zu vernichten; eine solche Absicht hat es nie gegeben. Die Ziele des Krieges waren die Zerschlagung der Hamas und die Rückkehr der Geiseln. Die IDF warnten, sagten Angriffe ab und ermöglichten Hilfslieferungen, um genau die Bevölkerung zu schützen, die sie laut dem Film vernichten wollten.

„Die tragischen Folgen des Krieges rechtfertigen keine Verzerrung der Tatsachen. Wer ernsthaft über Schäden für Zivilisten sprechen will, muss ernsthaft darlegen, wie die Entscheidungen tatsächlich getroffen wurden. Genau das leistet der Film nicht.“

Was Kritiker herausfanden

Journalisten, Kritiker, Offiziere und Rechtsexperten in Israel und anderen Ländern haben den Film untersucht und ihre Erkenntnisse veröffentlicht. Einige der schärfsten Einwände kamen von Autoren, die Israels Regierung ablehnen und die Kriegsführung der Armee kritisiert haben. Ihre Aussagen werden in der veröffentlichten Fassung wiedergegeben, wo nötig übersetzt und jeweils mit dem Original verlinkt.

Nichts, was sich überprüfen lässt

Die Argumentation des Films stützt sich auf anonyme Stimmen. Namen, Einheiten, Daten, Orte oder konkrete Angriffe werden nicht genannt. Deshalb lässt sich keine seiner Behauptungen bestätigen oder widerlegen.

Als Journalist glaube ich nicht, dass ich das ausgestrahlt hätte. Denn für die sehr, sehr schwerwiegenden Dinge, die sie schildern, liefert ihr keine Belege. Wir kennen weder ihre Namen noch ihre Einheiten und können deshalb nicht wissen, ob sie tatsächlich Zugang zu den Informationen hatten, über die sie sprechen.

Raviv Drucker, Investigativjournalist bei Channel 13, gegenüber Yuval Abraham Jewish News

Keine der Behauptungen wird durch weitere Belege gestützt. Weil Daten, Namen und viele konkrete Einzelheiten fehlen, die über die Erinnerungen der Interviewten hinausgehen, bietet sich Kritikern leider eine Angriffsfläche.

Gal Beckerman, leitender Redakteur The Atlantic

Die Filmemacher gaben dem Gegenstand der Vorwürfe – in diesem Fall den Israelischen Verteidigungsstreitkräften – vor der Veröffentlichung keine Gelegenheit zur Stellungnahme, obwohl das gängige journalistische Praxis ist.

Emanuel Fabian und Nurit Yohanan, Korrespondenten für Militär- und arabische Angelegenheiten The Times of Israel

Genau hier liegt das journalistische Problem des Films. Seine Argumentation stützt sich ausschließlich auf anonyme Aussagen.

Richard C. Schneider, ehemaliger Leiter des ARD-Studios in Tel Aviv Neue Zürcher Zeitung

In NAZA findet sich nicht einmal eine der fünf W-Fragen.

Baruch Kra, Investigativjournalist Walla! News

Ein öffentlicher Prozess in bester antidemokratischer Tradition (mussolinisch, stalinistisch, suchen Sie es sich aus). Ankläger: mit verdeckten Gesichtern. Darlegung der Anklage: eine Montage aus Aussagefragmenten. Verteidiger: keine. Dritte: keine. Vorsitzender Richter: die Menge beim Prozess. Urteil (automatisch): schuldig.

Der Historiker Michele Sarfatti, zitiert von Pierluigi Battista Il Foglio

Den Zeugen Worte in den Mund gelegt

Das einzige vor der Kamera gesprochene „Ja“ zur Frage nach einem Völkermord ist die Antwort auf eine Frage des Interviewers selbst.

Man beachte, dass der Interviewte es nicht von sich aus sagt. Er bestätigt vielmehr diese Einschätzung, nachdem Abraham ihm das Wort mit seiner Frage in den Mund gelegt hat. Journalistisch gesehen ist das eine Suggestivfrage.

Tim Caspar Boehme, Kulturredakteur taz

Nur einer der Interviewten verwendet das Wort, und auch er erst, nachdem einer der Filmemacher, Yuval Abraham, ihn dazu gebracht hat. In diesen Gesprächen habe ich aber nichts über eine entsprechende Absicht gehört, ja nicht einmal wirkliche Feindseligkeit oder den Wunsch zu töten.

Gal Beckerman, leitender Redakteur The Atlantic

Einer der 24 anonymen Soldaten und Reservisten, die bereit waren, vor ihrer Kamera zu sprechen, wird gefragt, ob er glaubt, dass Israel einen Völkermord begeht, und antwortet mit „Ja“. Was sagten die rund 20 anderen Interviewten, als man ihnen diese Frage stellte? Spielt keine Rolle.

Yishai Kitchels, Filmkritiker Israel Hayom

Was die Zahlen tatsächlich bedeuten

Offiziere, die mit dem System gearbeitet haben, erklären: Eine NAZA-Zahl legt fest, wer einen Angriff genehmigen muss und welche Schritte zur Verringerung des Schadens nötig sind. Sie ist keine Erlaubnis, so viele Menschen zu töten.

NAZA 20 war keine Genehmigung, 20 Menschen zu töten. Es war eine Einstufung, mit der ein geplanter Angriff dem zuständigen Prüf- und Genehmigungsverfahren zugewiesen wurde.

Oberstleutnant der Reserve Yair Miron, Militärnachrichtendienst yairmiron.com

Wenn im Genehmigungsverfahren die Worte „Naza 500 – geschätzte Kollateralschäden: 500“ auftauchen, bedeutet das, dass Maßnahmen zur Verringerung der Kollateralschäden ergriffen werden müssen.

Oberstleutnant der Reserve Sarit Zehavi, Mitbegründerin der Einheit der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte zur Warnung von Zivilisten The Times of Israel

Kollateralschäden zu dokumentieren bedeutet nicht, dass wir automatisch angreifen. Im Gegenteil: Wir wollen die Risiken erkennen, damit wir überlegen können, wie sie sich vermeiden oder verringern lassen.

Oberstleutnant der Reserve Sarit Zehavi, Mitbegründerin der Einheit der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte zur Warnung von Zivilisten JNS

Ich war für die Planung und Durchführung Tausender Angriffe verantwortlich. Eine solche Zahl ist mir nie begegnet, nicht einmal annähernd. Ich kann mit absoluter Sicherheit sagen: Eine solche Operation wurde nicht genehmigt.

Ein Oberst der Reserve, Kampfpilot und ehemaliger Kommandeur des Luftwaffenstützpunkts Ramat David, zur Behauptung über 500 Jüdische Allgemeine

Die Kritik, die ich intern immer wieder hörte, lautete nicht, die Luftwaffe sei zu schnell zum Angriff bereit. Sie lautete, sie sei zu vorsichtig.

Avi Lewis, Reservist in der Planungs- und Operationsabteilung der Luftwaffe The Times of Israel

Wenn all dieses rücksichtslose Blutvergießen stattfinden würde, warum zeigt es sich dann nicht in den Zahlen aus Gaza selbst?

Kyle Smith, Filmkritiker und Kolumnist The Wall Street Journal

Was der Film auslässt

Der 7. Oktober, die Geiseln, Hamas-Terroristen, die von Wohnhäusern, Krankenhäusern und Tunneln aus kämpfen, sowie Warnungen und abgesagte Angriffe kommen kaum vor.

Was diesen Krieg nach Gaza brachte – das Massaker und die Geiselnahmen der Hamas am 7. Oktober 2023 –, bleibt weitgehend außerhalb des Bildes.

Omer Shem Tov, 505 Tage lang Geisel der Hamas The Wall Street Journal

Wenn mich eine israelische Bombe getötet hätte, hätte die Hamas doppelt gewonnen: Ich wäre tot, und Israel wäre dafür verantwortlich.

Omer Shem Tov, 505 Tage lang Geisel der Hamas The Wall Street Journal

Es gibt umfangreiche und überzeugende Belege dafür, dass die Hamas Zivilisten als menschliche Schutzschilde benutzt.

Raviv Drucker, Investigativjournalist Haaretz

Die asymmetrische Kriegsführung der Hamas, ihr ausgedehntes Tunnelsystem und ihre Nutzung dicht besiedelter Gebiete für militärische Infrastruktur werden kaum behandelt. Ebenso wenig erwähnt der Film, dass zivile Opfer selbst nach dem humanitären Völkerrecht unter ganz bestimmten Bedingungen zulässig sind.

Richard C. Schneider, ehemaliger Leiter des ARD-Studios in Tel Aviv Neue Zürcher Zeitung

Eine Tatsache lässt sich besonders schwer mit dem Bild einer Armee vereinbaren, der das Leben von Zivilisten gleichgültig ist: Israel warnte die Menschen in Gaza wiederholt vor größeren Operationen und Angriffen.

Arie Blitz Washington Examiner

Sie berechnen, wie hoch die Kollateralschäden bei einem Angriff wären, wie es das Gesetz verlangt, und treffen zur Begrenzung dieser Schäden mehr Vorsichtsmaßnahmen, als es je jemand in der Geschichte getan hat.

John Spencer, Experte für urbane Kriegsführung Breitbart

Keine unabhängige Überprüfung

The Guardian veröffentlichte die Recherchen, auf denen der Film beruht, und produzierte den Film. Der Regisseur sagte, er habe nicht jeden Fall überprüft.

Kein Name, kein Dienstgrad, keine Einheit, kein Datum. The Guardian hat die Recherchen veröffentlicht, auf denen der Film beruht, produziert ihn und einer seiner Journalisten half beim Schnitt.

Ein Holocaust-Überlebender und 28 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in einem offenen Brief Alliance

Als der israelische Investigativjournalist Raviv Drucker Abraham in einem Interview fragte, ob er versucht habe, die Behauptungen der anonymen Israelis zu überprüfen, räumte Abraham ein, dass er nicht alle Fälle hinter den mutmaßlichen massenhaften Todesfällen unter Zivilisten überprüft habe.

Adam Levick, Mitherausgeber von CAMERA UK JNS

In dem Moment, in dem man einen Film darüber dreht, wie die Armee versucht hat, das Verhältnis zwischen Terroristen und zivilen Opfern zu bestimmen, hat man das Argument des Völkermords bereits vollständig entkräftet.

Yossi Klein Halevi, Shalom Hartman Institute Il Foglio

Kollateralschäden sind per Definition Schäden an Menschen, die nicht das Ziel waren. Völkermord setzt das Gegenteil voraus: die gezielte Absicht, ein Volk zu vernichten. Der Film kann nicht beides zugleich behaupten.

Avi Lewis, Reservist in der Planungs- und Operationsabteilung der Luftwaffe The Times of Israel

Der Anklang an „Nazi“

Kritikern unterschiedlicher Standpunkte fiel auf, dass für den Titel ein hebräisches statt eines englischen Wortes gewählt wurde – und woran es klanglich erinnert.

Für alle anderen, die diesem Wort begegnen, könnte es wie eine verdrehte Wortschöpfung aus Gaza und Nazi wirken oder die Gedanken zumindest in Richtung Gaskammern lenken. Das erscheint mir nicht zufällig.

Gal Beckerman, leitender Redakteur The Atlantic

Ihre sprachliche Entscheidung für ein Akronym, das dem Wort „Nazi“ so nahekommt, statt für den gebräuchlichen englischen Begriff war kein Zufall.

Adam Levick, Mitherausgeber von CAMERA UK JNS

Kurzüberblick

  1. Vor der Vorführung

    Geschlossene Vorführungen vor kleinen, ausgewählten Gruppen und eine intensive Berichterstattung über einen Film, den noch niemand sehen konnte, schufen ein Informationsvakuum. Das Publikum füllte es mit eigenen Befürchtungen und kam bereits durch die Berichterstattung auf eine bestimmte Deutung eingestimmt.

  2. Im Film

    Jede Szene setzt ein Mittel der Beeinflussung ein: hypnotische Sprache, ausgelassenen Kontext, Umdeutung, suggestive Fragen, visuelle und akustische Anker, eine zusammengeschobene Chronologie oder eine nahegelegte Holocaust-Analogie. Am häufigsten folgt auf die Schilderung von Bombardierungen in Gaza durch Soldaten ein harter Schnitt zu erleuchteten Balkonen und Wohnzimmern in Tel Aviv.

  3. Der Interviewer

    Yuval Abraham, zugleich einer der beiden Regisseure, stellt keine neutralen Fragen. Er unterbricht, gibt dem Soldaten Stift und Papier, beharrt auf suggestiven Definitionen („Ist ein Baby NAZA 1?“), deutet Zahlen um („500 sind eine Kleinstadt in Israel“) und schreibt Schuld der Person selbst zu („Du warst ja schon daran beteiligt“).

  4. Der Holocaust-Bezug

    Gegen Ende des Films werden Symbole des Holocaust – die Gedenksirene, eine Hommage an Claude Lanzmann, eine Lokomotive, Bahngleise und Rauch – mit dem heutigen Gaza verknüpft. Mithilfe der Erinnerung des jüdischen Staates wird dieser als Täter eines Holocaust dargestellt.

  5. Die Belege

    Hörensagen wird als Tatsache präsentiert: Der Soldat, der von Hunden erzählt, die Leichen fressen, sagt selbst, dass er es nicht gesehen hat. Massengräber werden nur mit Worten beschrieben, ohne Bildmaterial. Frauen, Kinder und ältere Menschen sind im Bild kaum zu sehen. Die Schilderung, Menschen fielen unter Schüssen von Scharfschützen aus großer Entfernung „einer auf den anderen“, passt weder zur Ballistik noch zum menschlichen Verhalten.

Vor der Vorführung

Wenn sie es vor uns verbergen, muss es die reine Wahrheit sein, vor der die Mächtigen Angst haben.

Die unterschwellige Botschaft, die der eingeschränkte Zugang dem Publikum vermittelt

Schon vor dem ersten Bild wirkte die Veröffentlichung auf ihr Publikum. Kleine, geschlossene Vorführungen und eine intensive Berichterstattung über einen Film, den noch niemand öffentlich sehen konnte, weckten Neugier, das Gefühl, Zugang zu geheimem Wissen zu erhalten, und eine festgelegte öffentliche Deutung.

Ein Film, den man nicht sehen konnte

NAZA wurde einem kleinen Publikum gezeigt, während Interviews, Fernsehbeiträge und Artikel einen Film besprachen, den die Öffentlichkeit noch nicht sehen konnte.

Die Aura des Geheimen
Wer dabei ist, gehört zu einer kleinen Gruppe mit exklusivem Zugang. Alle anderen hören von dem Film und warten. In dieser Wartezeit entsteht eine Lücke, die sie mit dem Schlimmsten füllen, das sie sich vorstellen können. Jede Zahl und jeder Vorwurf gewinnt an Gewicht, bevor irgendjemand ein Bild gesehen hat.
Der Titel
Der Film heißt NAZA, nach der hebräischen militärischen Abkürzung für nezek agavi, Kollateralschaden, statt nach dem englischen Begriff. Die Abkürzung klingt zudem wie ein arabischer Name.

Die Wirkung des Informationsvakuums

Die Medien berichten intensiv über einen Film, den man noch nicht sehen kann.

Das Bedürfnis nach Gewissheit
Ungewissheit fällt Menschen schwer. Wenn über einen Film gesprochen wird, der sich noch nicht ansehen lässt, entsteht eine Informationslücke.
Projektion aus Angst
Diese Lücke füllen keine Fakten, sondern Befürchtungen. Die Vorstellungskraft gibt dem Vorwurf eine Richtung, bevor ein einziges Bild zu sehen war.

Verbotene Frucht und künstliche Verknappung

Der Zugang bleibt beschränkt, während die Aufmerksamkeit wächst.

Verwehrter Zugang als Beweis
Sobald der Zugang verwehrt wird, setzt sich die Vorstellung fest, dass das Verborgene wahr sein müsse. Die Menschen im Vorführraum fühlen sich der breiten Masse moralisch und intellektuell überlegen. Wer am Film zweifelt, riskiert seine Zugehörigkeit zum Kreis der Eingeweihten.
Die limitierte Veröffentlichung
Eine Veröffentlichung in kleinen Dosen steigert die Nachfrage wie eine limitierte Modekollektion. Jede Meldung über „den Film, der für Aufsehen sorgt und nicht gezeigt wird“, bringt kostenlose Aufmerksamkeit, die sich mit Geld kaum kaufen ließe.
Die öffentliche Vorprägung
Wenn der Film schließlich ein breites Publikum erreicht, suchen die Zuschauer bereits nach dem, was ihnen die Nachrichten angekündigt haben, statt es zu prüfen.

Die ersten Bilder

Wenn ich ein Interview gebe und mein Gesicht zeige, steckt Israel mich ins Gefängnis, weil ich sie entlarvt habe.

Ein Soldat auf dem Dach, in der ersten Zeugenaussage des Films

In den ersten Minuten erklärt sich der Film zum Dokumentarfilm, greift auf das vertraute Bild des israelischen Geheimdienstes zurück, durchbricht es mit einem Schnitt ins Dunkel und stellt den Staat Israel als Verfolger dar.

Ein Anschein von Autorität

Der Film beginnt mit dem Hinweis, er sei ein Dokumentarfilm und Gesichter seien unkenntlich gemacht worden, um eine Identifizierung zu verhindern. Dann folgt ein alter Schwarzweißfilm über den israelischen Militärnachrichtendienst.

Vorprägung
Noch bevor der Inhalt beginnt, erfährt das Publikum, das Folgende sei dokumentierte Wahrheit und so gefährlich, dass die Menschen, die darüber sprechen, um ihr Leben fürchten. Diese Rahmung dämpft Zweifel von vornherein: Ein Dokumentarfilm wird als Tatsachenbericht eingeordnet, nicht als bewusst gestalteter politischer Text.

Die Wirkung einer Enthüllung aus dem Verborgenen

Nostalgische Archivaufnahmen zeigen uniformierte Schüler beim Erlernen arabischer Grammatik („das arabische Verb“). Dann folgt ein harter Schnitt zu einem Soldaten, der im Dunkeln ein Geständnis ablegt.

Anknüpfen an ein vertrautes Bild
Westliche Zuschauer kennen das Bild einer hochentwickelten israelischen Geheimdienstmaschinerie aus Serien wie Fauda und Tehran. Der Film bestätigt zunächst dieses vertraute, beinahe harmlose Bild und führt das Publikum dann davon weg.
Ursache und Wirkung für ein ausländisches Publikum
Das Wort „Verb“ des Lehrers wird zu einem Anker, den der Schnitt mit einem digitalen System zur Berechnung von Todesfällen verknüpft. Israels Sprache und Bildung erscheinen so als Grundlage eines kalten Systems der Vernichtung.
Bruch mit dem Erwarteten
Der Schnitt vom hellen Klassenzimmer in völlige Dunkelheit versetzt das Publikum schlagartig von einer Geschichtsstunde in einen Verschwörungsthriller. Er bereitet es darauf vor, das Folgende als enthüllte Geheimnisse aufzunehmen.

Angst vor dem Staat

Auf dem Dach sagt der Interviewer: „Du siehst die Stadt, und die Stadt sieht dich nicht.“ Die Kamera blickt auf Tel Aviv hinab.

Der Staat als Feind
Israel erscheint nicht als Demokratie, die wie jeder Staat ihre Geheimnisse schützt, sondern als Apparat, der Menschen verfolgt, wenn sie sprechen.
Die Big-Brother-Metapher
Der vage, hypnotische Satz schafft Distanz und vermittelt ein bedrohliches Gefühl von Macht. Tel Aviv wird zur blinden, gleichgültigen Stadt unter den Menschen, die über Leben und Tod entscheiden.

Das Interview auf dem Dach

Sie sagen nicht, dass fünfzehn Menschen getötet werden. Sie sagen NAZA 15.

Ein Soldat über das System zur Zielauswahl

Der Interviewer übernimmt die Führung des Gesprächs, macht eine Zeichenübung zum Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und lenkt den Soldaten von einem Fachbegriff zu einem Wort mit besonders großer emotionaler Wirkung: Baby.

Stift und Papier

Der Soldat beginnt, die Oberfläche des Systems zur Zielauswahl abstrakt zu beschreiben. Der Interviewer unterbricht ihn: „Zeichne es kurz auf, das hilft uns“, und reicht ihm Papier und einen Bleistift.

Die Führung übernehmen
Mit bestimmten Handbewegungen passt sich der Interviewer dem Rhythmus des Soldaten an und festigt zugleich seine eigene Autorität. Er führt das Gespräch.
Die Aufmerksamkeit verengen
Eine kleine Zeichenaufgabe lenkt den Soldaten und das Publikum auf ein einziges, eng begrenztes Bild. Wer eine Anweisung befolgt, nimmt die nächste leichter an. Hier lautet sie, die Information aufzunehmen, ohne sie zu hinterfragen.
Substantivierung und Wiederholung
„NAZA 20, NAZA 20, NAZA 20 wurde plötzlich zum Maßstab“ wirkt wie ein Mantra. Ein militärischer Begriff, der in westlichen Armeen dazu dient, Schäden für Zivilisten zu begrenzen und zu bemessen, wird als Mittel der Entmenschlichung dargestellt.

Die Wirkung des Wortes „Baby“

In einem knappen, drängenden Wortwechsel besteht der Interviewer darauf, Babys ausdrücklich anzusprechen.

Interviewer
Gibt es bei NAZA einen Unterschied, zum Beispiel bei Kindern und Babys?
Soldat
Nein! Gibt es nicht!
Interviewer
Ein Baby ist NAZA 1?
Soldat
Ja!
Direkte Suggestion
Der Interviewer führt eines der emotional aufgeladensten Wörter überhaupt ein und bringt den Soldaten dazu, die Gleichung zu bestätigen: Die IDF erfassen Babys als Zahlen in einem Computerprogramm. Den nächsten Schritt, den Vergleich mit Nationalsozialisten, die Juden auf Nummern reduzierten, überlässt der Film dem Publikum.
Ausblenden des Kontexts
Der schnelle Wortwechsel lässt aus, was das Publikum für eine Beurteilung bräuchte. Tatsächlich erfasst das System das Leben von Zivilisten, um den Handlungsspielraum der Befehlshaber zu begrenzen: Das militärische Ziel soll erreicht und Schaden für Unschuldige nach Möglichkeit vermieden werden.

500 für eine Person – und eine Kleinstadt

Der Soldat sagt: „Es gab eine Genehmigung für, ich glaube, 500 für eine einzige Person.“ Gemeint ist die Genehmigung, 500 Zivilisten zu töten, um einen Mann zu treffen. Der Interviewer antwortet: „500 – das ist eine Kleinstadt im Staat Israel.“

Einfaches Auslassen
Wann und wo war das, und wer war die Person? Ein führender Terrorist wie Sinwar oder Mohammed Deif in einer unterirdischen Anlage? Welcher Schaden wurde verhindert? Nichts davon wird gesagt.
Die Zahl neu rahmen
Der Interviewer überträgt die Zahl von einem Angriff in Gaza auf die Auslöschung einer israelischen Gemeinde. Das soll beim israelischen Publikum Schock und Identifikation auslösen.

„Wie ein Computerspiel“

Der Soldat sagt: „Es ist wie ein Computerspiel … weil alles aus der Ferne passiert.“

Komplexe Gleichsetzung
Zwei verschiedene Dinge werden gleichgesetzt: Ein ferngesteuertes System wird zum Spiel, und damit erscheint jeder Soldat als moralisch gleichgültig. Der Film lässt aus, dass Distanz in jeder modernen Armee eine operative Notwendigkeit ist und für sich genommen nichts beweist.

Die Fenster von Tel Aviv

Na ja, du warst doch schon daran beteiligt.

Der Interviewer, der den Soldaten auf seine Schuld festlegt

Hier zeigt sich das prägende Stilmittel des Films: ein harter Schnitt von Bombardierungen in Gaza zu erleuchteten Fenstern in Tel Aviv. Das Motiv kehrt immer wieder. So macht der Film den israelischen Alltag zum Beleg für Gleichgültigkeit.

Gaza auf der Tonspur, Tel Aviv im Bild

Der Soldat beschreibt die Bombardierung „eines ganzen Viertels“ in großen Radien. Dann Stille, dramatische Musik, und die Kamera blickt in Wohnungen in Tel Aviv: ein Mann mit einer Fernbedienung, Menschen auf einem Sofa.

Wechsel der Submodalitäten
Im Kopf wechseln weite, ferne, farblose Bilder von Gaza zu nahen, vertrauten, farbigen Bildern aus Wohnzimmern in Tel Aviv.
Kombinierte Prägung
Während die Worte beschreiben, wie ein Gebäude gesprengt wird, sieht man ein erleuchtetes Gebäude in Tel Aviv. Das israelische Publikum spürt die Gefahr im eigenen Wohnzimmer; das ausländische Publikum lernt, dass Israelis ruhig und bequem leben, während in ihrer Nähe ganze Viertel ausgelöscht werden.

Die Identitätsfalle

Der Soldat versucht, sich davon zu distanzieren: „Irgendwann konnte ich nicht mehr … Ich kann da nicht mitmachen.“

Interviewer
Na ja, du hast doch mitgemacht.
Soldat
Was?
Interviewer
Na ja, du warst doch schon daran beteiligt.
Schuld auf der Ebene der Identität
Der Interviewer sagt nicht „Du hast etwas Falsches getan“ und spricht damit ein Verhalten an. Seine Botschaft lautet: „So einer bist du jetzt.“ Sie zielt auf die Identität, die tiefste Ebene der Veränderung. Um diese Schuld zu lindern, macht der Soldat anschließend immer drastischere Aussagen. Ein weiterer Schnitt auf die Balkone von Tel Aviv verankert die Assoziation.

Mittagessen an der Ibn-Gabirol-Straße

Ein Soldat erzählt, dass er zwischen den Angriffen an der Ibn-Gabirol-Straße essen ging oder Freunde traf.

Eine unausgesprochene Gleichung
Eine Essenspause gehört an jedem Arbeitsplatz zum Alltag, auch in der Armee. Der Schnitt legt einen Schluss nahe, den der Film nie ausspricht: Wer einen Hamburger essen und danach wieder einen Angriff planen kann, ist ein Psychopath.
Ausgeblendeter Kontext
Es handelt sich um Wehrpflichtige, die lange Schichten in einem komplexen Einsatzsystem leisten. Für Menschen unter Druck ist ein geregelter Alltag ein notwendiger Schutz.

Geiseln, Balkone und Eliten

Von der Aussage über die Ibn-Gabirol-Straße schneidet der Film zu der Aufschrift „Wir warten alle auf euch“ mit dem Geiselsymbol, dann zu den Protesten in Tel Aviv („Bringt sie jetzt nach Hause“) und schließlich zu tanzenden Menschen auf einem Balkon. Der Soldat spricht von „gesellschaftlichen Eliten“ und sagt: „Sie verkaufen dir das als etwas sehr Angesehenes.“

Eine gespaltene Prägung
Dieselbe Stadt bringt die „gleichgültigen“ Soldaten hervor, die an der Ibn-Gabirol-Straße essen, und die Menschenmengen, die um die Geiseln bangen. Die Gegenüberstellung entschuldigt stillschweigend das Abreißen von Geiselplakaten und verstärkt den Vorwurf der Kriegsverbrechen.
Zusammenprall der Anker
Der Lärm der Proteste steigert die Emotionen; unmittelbar darauf folgen Menschen, die auf einem Balkon tanzen. Der Zusammenprall zweier starker Assoziationen erzeugt Abscheu: Israelis weinen um ihre Geiseln, tanzen und essen aber, während ihre Armee Gaza auslöscht. Eine Gesellschaft im Schatten eines Traumas erscheint nun als moralisch abgestumpft.
Der Sprung zur Klassenzugehörigkeit
Ein Restaurantbesuch wird mit „Eliten“, der „Mitte-links“ und einem „hohen sozioökonomischen Status“ verknüpft. Militärisches Handeln erscheint als Ausdruck einer satten, abgehobenen Schicht. Darin klingt die alte Verleumdung an, Juden seien eine Elite, die die Welt kontrolliere.
Niemand wird genannt
„Sie verkaufen dir das“: Wer sind „sie“? Weil der Handelnde ungenannt bleibt, entsteht das Bild einer unsichtbaren, manipulativen Macht. Die offene Frage bereitet das Publikum darauf vor, die Antwort zu übernehmen, die der Film am Ende gibt.

Geschichte und Auslöschung

Wir haben einen Rekord aufgestellt. Wir haben es geschafft, ein Haus in acht Minuten in Brand zu setzen.

Ein Soldat, zu hören, während die Kamera eine Frau auf einem Laufband zeigt

Der Film verschmilzt 1948 mit der Gegenwart, bedient sich der Glaubwürdigkeit des israelischen Fernsehens und stellt Berichte über brennende Häuser neben Bilder eines ruhigen zivilen Alltags. Seine Fragen sind darauf angelegt, die benötigten Antworten hervorzubringen.

Verschmelzende Zeitebenen

Tel Aviv wächst 1920 aus dem Sand, dann 1940. Darauf folgt die Einblendung: „Gaza und Tel Aviv liegen nur 60 km auseinander … Die Bewohner Gazas stammen aus Dörfern, die 1948 zerstört wurden.“

Die versteckte Suggestion
Der Schnitt stellt eine Verbindung zwischen 1920 und heute her. Ein moderner Park in Tel Aviv wird mit den Ereignissen von 1948 verknüpft, sodass das Publikum zu dem Schluss kommt, Tel Aviv sei auf den Ruinen Gazas erbaut.

Traktoren und Drohnen

Die Kamera zoomt auf ein einzelnes altes Haus in Tel Aviv, schneidet zu Schwarzweißaufnahmen eines Traktors, der Gebäude abreißt, und dann zu einem Soldaten, der sagt, die IDF mache Häuser in Gaza dem Erdboden gleich.

Assoziative Verankerung
Der historische Traktor und die moderne Drohne verschmelzen zu einem Bild. Die heutigen Kämpfe werden mit den Emotionen verknüpft, die die Erzählung über 1948 auslöst.

Die Sprache des Säuberns

Der Soldat verwendet Formulierungen wie „dem Erdboden gleichmachen“, „streifenweise vorgehen“, „sie säubern“ und „Sieht das für dich sauber aus?“

Sterile Darstellung
Wörter aus dem Bereich des Saubermachens schaffen für den Sprecher Abstand, lassen ihn in den Ohren des Publikums aber monströs erscheinen. Das Vorgehen gegen eine unterirdische Terrorinfrastruktur wird als Säuberung dargestellt, die das Publikum als ethnische Säuberung versteht.

Das israelische Fernsehen als Zeuge

Durch ein Fenster ist eine israelische Nachrichtensendung mit der Einblendung „367 Tage seit dem 7/10“ zu sehen. Der Korrespondent sagt, die IDF sei dabei, Gebäude „dem Erdboden gleichzumachen“, damit die Bewohner nichts hätten, wohin sie zurückkehren könnten.

Ein Autoritätsanker
Genau dann, wenn das Publikum den anonymen Soldaten der Übertreibung verdächtigen könnte, bringt der Film bei Tageslicht eine offizielle israelische Stimme ins Spiel. Die Botschaft lautet: Selbst Israels eigene Medien geben es zu.

Brennende Häuser und ein Laufband

Auf der Tonspur: Die Bevölkerung zog von Norden nach Süden, Häuser wurden mit Olivenöl und Sofakissen angezündet, dazu die Prahlerei „Wir haben einen Rekord aufgestellt: acht Minuten.“ Im Bild: eine Frau, die hinter einem Fenster auf einem Laufband läuft.

Trennung der Sinneseindrücke
Das Auge sieht einen ruhigen, gesunden Alltag, während das Ohr von Brandstiftung hört. Der Kopf ergänzt die Bilder, die der Film nicht zeigt, und die laufende Frau wird zum Sinnbild der Gleichgültigkeit.
Die suggestive Frage
Der Interviewer fragt: „Wie zündet man ein Haus an?“ Er fragt weder „Warum?“ noch „Gab es dort einen Tunnel oder eine Gefahr?“ Die Frage lädt den Soldaten ein, die Tat als eine Fähigkeit darzustellen, auf die er stolz ist. Sie könnte auch darauf zielen, den Eindruck vernichteter Beweise zu erwecken oder eine Parallele zu den Krematorien herzustellen.

Familien als farbige Kästchen

Der Soldat zeichnet ein Raster aus Wohnvierteln mit Belegungszahlen: „25% Belegung … grün, gelb, rot, lila bei 300%.“ Ein „grünes“ Gebäude wird innerhalb von fünf bis zehn Minuten angegriffen.

Ein Algorithmus als Freibrief
Das Publikum übernimmt eine Prämisse, die nie geprüft wird: Das System dient nicht dazu, Leben zu retten, sondern dazu, Gebäude über den Menschen darin zum Einsturz bringen zu dürfen. Familien werden zu farbigen Zielen auf einem Spielbrett.

„Viel Glück dabei“

Eine Folge von Fragen schließt eine moralische Falle.

Interviewer
Und wie sehen die das? Wir haben den Leuten gesagt, sie sollen weggehen, und wer geblieben ist, ist selbst schuld?
Interviewer
Was ist mit Menschen, die nicht wegkönnen? Menschen mit Behinderung, Menschen, die Angst haben …?
Soldat
Viel Glück dabei!
Versteckte Prämisse und Falle
Die erste Frage enthält eine Unterstellung; die zweite stellt eine emotionale Falle. Die Antwort des Soldaten, gefolgt von Schweigen, wird zum Sinnbild der Grausamkeit. Die Warnungen, die humanitären Korridore und die logistischen Anforderungen einer Evakuierung der Bevölkerung verschwinden oder erscheinen als Deckmantel für ein Verbrechen.

Leichen und Zahlen

Vergiss das Wort „bewaffnet“. Das spielt keine Rolle. Ich habe ein einziges Mal bewaffnete Männer gesehen.

Ein Soldat, bevor der Interviewer fragt, wer die Dutzenden Toten waren

In Tel Aviv ragen Kräne in die Höhe, während in Gaza die Leichen gezählt werden. In diesem Teil definiert der Film neu, wer als Terrorist gilt, schildert Leichen, die Hunden überlassen werden, und Massengräber und stellt den Soldaten als bloßes Rädchen im Getriebe dar.

Tel Aviv baut, Gaza wird ausgelöscht

Von den Berechnungen der Zerstörung schwenkt der Film zu Baustellen in Tel Aviv: Schweißer, Kräne, belebte Straßen. Auf der Tonspur ist ein Herzschlag zu hören.

Gegensatz
Gaza liegt in Trümmern, Tel Aviv wächst. Dem Publikum wird ein Gefühl von grundlegender Ungerechtigkeit vermittelt. Die aufkommende Empörung macht es leichter, die nächste Botschaft zu verankern.

Wer ist ein Terrorist?

Der Soldat sagt: „Ein toter Terrorist in diesem Gebiet ist jeder, den ihr zu töten beschlossen habt … 140, und kein Einziger von ihnen hat je eine Waffe in der Hand gehabt.“

Eine absolute Definition
Der Film stellt die Gleichung „Terrorist gleich jeder Getötete“ auf. So entsteht der Eindruck, Israel behandle alle Menschen aus Gaza, Frauen und Kinder eingeschlossen, als Terroristen.
Ausgeblendeter Kontext
Es fehlen die Warnungen der Beobachtungskräfte, Sichtungen von Terroristen beim Legen von Sprengsätzen und Hamas-Terroristen in Zivilkleidung, die Hinterhalte koordinierten und sich unter die Bevölkerung mischten. Das Publikum sieht nur einen Mann, der Stoff aufsammelt, und schließt daraus, dass die Tötung willkürlich war.

Leichen und Hunde

Der Film behauptet, die Leichen würden nicht geborgen und Hunde würden sie fressen.

Soldat
Die Leichen bergen? Das tun sie nicht … die Hunde fressen sie.
Interviewer
Hast du das selbst gesehen?
Soldat
Ich konnte mir das nicht ansehen … Leute um mich herum haben es gesehen.
Hörensagen wird zur Tatsache
Der Soldat räumt ein, dass er es selbst nie gesehen hat („Ich habe mich zu keinem Zeitpunkt hingesetzt, um zuzusehen“). Doch schon seine Worte erzeugen ein abstoßendes Bild und lassen das Geschehen bestialisch erscheinen. Die Botschaft: Die IDF töten Menschen aus Gaza und überlassen ihre Leichen anschließend den Hunden.

„Meine Aufgabe ist technischer Natur“

Auf die Frage, ob er daran gedacht habe, anderen zu sagen, sie sollten nicht zusehen, antwortet der Soldat: „Meine Aufgabe ist technischer Natur. Ich soll keine grundsätzliche oder moralische Position vertreten.“

Die Banalität des Bösen
Der Soldat beschreibt sich nicht mehr als Mensch mit Gewissen, sondern als Rädchen im Getriebe. Das Publikum hört die klassische Verteidigung von Kriegsverbrechern heraus: „Ich habe nur Befehle befolgt.“ Die Soldaten der Einheit erscheinen so als Roboter statt als Menschen, die in einem existenziellen Krieg vor schweren Entscheidungen stehen.

Steigende Stockwerke, steigende Zahl der Toten

Die Kamera folgt den Stockwerkszahlen eines im Bau befindlichen Hochhauses in Tel Aviv (64, 65 … 72). Dann schneidet der Film zu einer Aussage über Leichen, die in Gruben in Gaza aufgehäuft liegen.

Verschmelzung der Bilder
Die Höhe der Gebäude in Tel Aviv und die Leichen, die sich in Gaza „immer weiter auftürmen“, werden so lange nebeneinandergestellt, bis sie in der Wahrnehmung verschmelzen: Der Aufstieg Tel Avivs soll vom Tod der Menschen in Gaza abhängig erscheinen.

„Hunderte, Hunderte, Hunderte“

„Vergiss das Wort ‚bewaffnet‘, das spielt keine Rolle … Ich habe ein einziges Mal bewaffnete Männer gesehen.“ Der Interviewer fragt: „Wer sind dann all die Dutzenden Menschen?“ Der Soldat steigert die Zahl: „Hunderte, Hunderte, Hunderte!“

Eine pauschale Aussage
Eine einzige absolute Behauptung blendet die Einsatzregeln, den Häuserkampf und Tausende bewaffnete Terroristen auf den Straßen aus. Diese Passage legt dem Publikum den Schluss nahe, es habe wahllose Tötungen ohne Unterscheidung zwischen Terroristen und Zivilisten gegeben.

Massengräber ohne Bildbelege

Anhand der Drohnenbilder beschreibt der Soldat „Massengräber … Gräber, die der Regen überflutet hat … das ist kein Grab, das ist eine Grube voller Leichen … ganz Gaza, überall Leichen“.

Einprägen durch Ekel
Der Film liefert keine Belege in Bildern, weder eigene noch aus Quellen in Gaza: Zu hören sind nur die Worte eines Mannes, der als Soldat vorgestellt wird. Der Ekel verdrängt Fragen, die das Publikum stellen sollte: Handelte es sich etwa um eine provisorische Bestattung durch die Hamas, oder wurden die Drohnenbilder falsch gedeutet? „Warum sie töten?“ – „Ich weiß es nicht.“ Damit ist das Bild einer sinnlosen Grausamkeit besiegelt.

Die Brücke und die Hilfslieferungen

Einfach einer auf dem anderen?

Der Interviewer wiederholt die Worte des Soldaten, während eine Zeichnung einer Brücke und fallender Figuren zu sehen ist

Die Kirya kehrt immer wieder als visuelles Leitmotiv zurück. Die Worte des Ministerpräsidenten sind über Bildern von Balkonen in Wohnhäusern zu hören, und eine Zeichnung einer Brücke mit fallenden Figuren wird zum Schießstand. Hier erreicht die Erzählung den Punkt, an dem ihre Schilderung physisch unglaubwürdig wird.

Die Kirya

Die Kamera kehrt immer wieder zur Kirya zurück, dem Hauptquartier der IDF, das nachts inmitten eines belebten Wohn- und Geschäftsviertels von Tel Aviv zu sehen ist.

Umdeutung durch Wiederholung
Wird dasselbe Bild in wechselnden Zusammenhängen wiederholt, verändert sich seine Bedeutung. Das reguläre Verteidigungshauptquartier eines souveränen Staates erscheint als Militärstützpunkt, der unter Zivilisten versteckt ist. Das Publikum soll daraus schließen, zwischen Israel und der Hamas bestehe kein moralischer Unterschied. Damit wird die Bedeutung des Begriffs „menschlicher Schutzschild“ vollständig umgekehrt.

Die Rede und der Nachrichtenbericht

Worte Benjamin Netanjahus über die Verhinderung der Einfuhr von Waren werden mit einem Bericht der Nachrichtensprecherin Yonit Levi über die „Förderung freiwilliger Auswanderung“ verbunden. Dazu sind die erleuchteten Balkone Tel Avivs zu sehen. Ein Mann geht in seinem Wohnzimmer auf und ab; ein Rollladen schließt sich, während der Soldat davon spricht, den Gazastreifen „zu säubern“.

Das Ziel wird ausgeblendet
Der Sicherheitskontext, Lieferungen an die Hamas zu unterbinden, bleibt unerwähnt. Die ruhig zuhörenden Bewohner erscheinen als Beteiligte an Hunger und Vertreibung; ihr Schweigen wirkt wie Zustimmung.

Leichen übereinander

Der Soldat und der Interviewer zeichnen mit ähnlichen Handbewegungen eine Brücke und fallende Figuren in ein Notizbuch. Bei 26:24 sagt der Soldat, die Leichen lägen „eine auf der anderen“. Der Interviewer wiederholt: „Einfach einer auf dem anderen?“ Der Soldat nickt.

Der Punkt, an dem die Schilderung unglaubwürdig wird
Bei Schüssen aus großer Entfernung auf schnell laufende Menschen können die Körper nicht in einem ordentlichen Haufen zu Boden fallen. Wie jemand fällt, hängt von Gewicht, Geschwindigkeit und Winkel ab; Menschen laufen auch nicht blindlings immer an denselben Ort, an dem andere bereits gestorben sind. Ein Soldat, der hinten sitzt und auf Bildschirme schaut, überträgt ein Bild aus Film oder Computerspiel auf die Wirklichkeit. Das ist eine auf Schockwirkung angelegte rhetorische Übertreibung, keine Tatsachenschilderung.
Ein dauerhaftes Leitbild
Die Kamera verweilt lange auf der Zeichnung. So ist das Bild eines Schießstands bereits im Gedächtnis verankert, bevor die unglaubwürdigen Zahlen genannt werden.

Der Holocaust als Deutungsrahmen

Die einen verhindern Terror, die anderen verhindern Frieden.

Ein Soldat über seine Geheimdienstabteilung

Im letzten Teil vergleicht der Film die israelische Gesellschaft mit dem nationalsozialistischen Deutschland, bringt den Soldaten dazu, das Wort Völkermord auszusprechen, und reiht Symbole des Holocaust an Bilder aus dem heutigen Gaza. Zum Schluss richtet er Netanjahus eigene Definition von Terror gegen Israel.

Polen und Deutschland

Der Soldat vergleicht die Gegenwart mit seiner Schulfahrt nach Polen und mit dem nationalsozialistischen Deutschland: „Ich sehe in diesen Nazis etwas zutiefst Schlechtes. Was soll ich da über mich selbst sagen?“

Der Sprung zur historischen Identität
Die deutsche Bevölkerung unter dem Nationalsozialismus wird mit einem Menschen gleichgesetzt, der Bomben abwirft und sich zu Hause Gedanken über einen Abschluss in Psychologie macht. Der tatsächliche Kontext – ein Verteidigungskrieg gegen eine Terrororganisation, die ein Massaker verübt hat – verschwindet.

„Sie erdrosseln“

Der Interviewer fragt: „Wie hilft ihnen das beim Überleben?“ und „Aber sie sind doch der Feind, diese Leute sind der Feind?“ Der Soldat wiederholt: „Sie erdrosseln, sie erdrosseln, sie erdrosseln“, und schließt: „Am Ende hat man das Gefühl, dass es getan werden muss.“

Die Falle der versteckten Prämisse
Die Fragen setzen unausgesprochen etwas voraus. Sie erschweren es dem Soldaten, sich von der Parallele zu lösen, und lassen keinen Raum für eine taktische oder geheimdienstliche Erklärung. Beim Publikum bleiben vor allem die aufgeladenen Worte hängen.
Die Gesamtwirkung
Vom Einsatzraum bis zur monströsen historischen Identität, vor der Kulisse ruhiger Balkone, legt der Film eine Schlussfolgerung fest: Die israelische Gesellschaft hat ihre Menschlichkeit verloren. Im Ergebnis rechtfertigt das Hass auf Juden in Israel und weltweit.

„Gemeinsam werden wir siegen“

Ein beleuchteter Schriftzug an einem Gebäude in Tel Aviv wird neben der israelischen Flagge langsam scharf gestellt.

Die visuelle Enthüllung
Der Versuch, ein verschwommenes Bild zu entziffern, bindet die Aufmerksamkeit. Sobald es scharf wird, erscheint ein Zeichen der Solidarität im Licht dessen, was der Soldat als Nächstes sagt, als Beleg für gemeinsame Schuld.

Licht und Dunkelheit

Im gesamten Film ist der Interviewer beleuchtet und sein Gesicht klar zu erkennen; der Soldat bleibt stets im Dunkeln.

Visuelle Asymmetrie
Die Person im Licht wirkt wie der Ermittler und Verkünder der Wahrheit; die Person im Schatten wie ein Mann, der ein Verbrechen gesteht. Die israelischen Streitkräfte stehen im Dunkeln.

Das Wort Völkermord

Der zentrale Wortwechsel.

Interviewer
Du glaubst nicht, dass es Völkermord ist?
Soldat
Doch! Wirklich.
Soldat
Es wird absichtlich geschossen, ganz bewusst! Ganz bewusst! … Ihr wolltet diese Kinder töten.
Extreme Zuspitzung
Das Vorhandensein von Kollateralschäden wird mit der vorsätzlichen Ermordung von Kindern gleichgesetzt. Selbstverteidigung, bewaffneter Terror und Evakuierungsbemühungen werden ausgeblendet. Der schwerwiegendste juristische Begriff wird unmittelbar emotional aufgeladen.

„Es macht Spaß“

Nach einem Wendepunkt gefragt, sagt der Soldat: „Das ist ein hormoneller Rausch, und man genießt ihn … verrückte Glücksgefühle … es macht Spaß!“

Ein Angriff auf die Identität
Verhalten unter Druck wird zum Wesenszug erklärt: zur Freude am Leid anderer. Indem der Film „Spaß“ mit einer Schilderung des Tötens verbindet, nimmt er dem Publikum jede Möglichkeit, Mitgefühl für die Soldaten zu empfinden.

Die Sirene und der Zug

Die Gedenksirene in Tel Aviv und Menschen, die auf der Straße stillstehen; ein Schnitt zur Kinemathek von Tel Aviv mit der Einblendung „Hommage an Claude Lanzmann“, den Regisseur von Shoah; eine Lokomotive, Bahngleise und Rauch aus einem Schornstein; Netanjahu erinnert an den Holocaust; Yonit Levi verliest die internationalen Vorwürfe wegen Aushungerung und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Das Zusammenfallen der Zeitebenen
Dies ist der raffinierteste Übergang des Films. Jedes Geräusch und jedes Bild der Erinnerung an den Holocaust wird mit dem heutigen Gaza und internationalen Haftbefehlen verknüpft. Der jüdische Staat wird mithilfe seiner eigenen Holocaustsymbole beschuldigt, einen Holocaust zu begehen.

„Bibis Abteilung“

Der Soldat beschreibt eine Abteilung, die international tätige Personen beobachtet, Klagen in Den Haag mithilfe von „Schmutz“ vereitelt und Informationen für den Ministerpräsidenten sammelt: „Bibis Ziel, sein oberstes Ziel, ist es, die Gründung eines palästinensischen Staates zu verhindern.“

Überverallgemeinerung
Israels juristische und diplomatische Verteidigung wird ausgeblendet. Sein Geheimdienstsystem erscheint als persönliches politisches Werkzeug, das den Frieden sabotieren soll. Unerwähnt bleibt, dass sich Gaza für die Hamas entschied, die ein Massaker verübte, und dass die arabische Seite seit der Gründung Israels jede Gelegenheit zum Frieden ausgeschlagen hat.

Die Definition von Terror

In einem älteren Interview definiert ein junger Netanjahu anhand seines Buches Terror: „der vorsätzliche und systematische Angriff auf Unschuldige, ihre Ermordung, Verstümmelung und Bedrohung … zu politischen Zwecken“. Dann sieht man einen Mann, der Wäsche aufhängt, einen sich schließenden Rollladen und hört einen Bericht über Angriffe auf Häuser, in denen sich an einem Freitagabend Kinder aufhielten.

Die umgekehrte Gleichung
Die Definition wird so eingeführt, dass die folgende Aussage genau auf Israel zu passen scheint. Die eigenen Worte des Regierungschefs werden zur Falle für ihn und den Staat.

Der Schluss

Israel tötet weiterhin palästinensische Zivilisten in Gaza.

Die Schlussteinblendung des Films

Der Film endet mit dem schärfsten Kontrast, den er vorbereitet hat: Auf ruhige Nächte in Tel Aviv folgt ein Vater, der in den Trümmern Gazas nach seinem Sohn gräbt.

Stimmen am Telefon

Während der Soldat in sein Notizbuch zeichnet (die Software „Homeland“), erinnert er sich an abgehörte Anrufe von Angehörigen in den Trümmern: „Ich habe ihre Stimmen gehört … wie sie geweint haben … geschrien haben … meine Mutter ist tot und die Kinder …“

Akustische Prägung
Schreie und Weinen sprechen die Gefühle des Publikums unmittelbar an und umgehen die kritische Auseinandersetzung. Das monotone Zeichnen („ein Anruf, ein Anruf, ein Anruf“) lässt Schuldgefühle ins Unterbewusstsein gleiten. Und wieder handelt es sich um Hörensagen.

Tel Aviv lebt, Gaza stirbt

Bilder der Zerstörung in Gaza im Oktober und November 2023. Ein Mann kniet nieder, ruft nach seinem Sohn Said unter den Trümmern, schlägt mit einem Hammer auf das Geröll ein und weint. Die Beine von Kindern unter Schutt. Ein blasser Himmel, vorbeifliegende Flugzeuge und die Schlussteinblendung.

Der letzte Kontrast
Nach einer Stunde ruhiger Nächte in Tel Aviv – ein zurechtgerücktes Sofa, eine joggende Frau, ein Paar, das sich die Knie massiert – zeigt der Film das Gegenteil. Die Schlussteinblendung verankert die Botschaft in der Gegenwart. Das Publikum soll die israelische Gesellschaft insgesamt als Beteiligte an einem fortdauernden Verbrechen sehen.

Was der Film nicht zeigt

Der emotionalen Wucht des Films stehen deutliche Lücken in seiner Beweisführung gegenüber.

  1. Hörensagen statt eigener Beobachtung

    Der Soldat, der über Tötungen mithilfe der Software „Homeland“ und bei der Lebensmittelausgabe berichtet, sagt selbst: „Ich weiß es nicht genau … Ich habe ihre Stimmen gehört … Ich saß nicht vor den Kameras … Ich habe mich zu keinem Zeitpunkt hingesetzt, um es mir anzusehen.“

  2. Wahrheit und Übertreibung vermischt

    Tatsächliche Informationen über Angriffe und die Zerstörung von Hamas-Strukturen, bei denen Zivilisten schwer zu Schaden kommen, werden mit filmischen Metaphern und politisch-rechtlichen Zuschreibungen vermischt („den Frieden vereiteln“, „Völkermord“, „Leichenberge“). Die Flut schockierender Bilder und Aussagen verleitet dazu, die Schlusstafeln als Urteil zu übernehmen, ohne die Lücken in den Schilderungen zu bemerken.

  3. Wer auf dem Bildschirm zu sehen ist

    Frauen, Kinder und ältere Menschen sind fast nie zu sehen. In den zerstörten Straßen Gazas zeigt der Film vor allem Männer und Jugendliche.

  4. Eine einzige Szene mit Leichen

    Trotz all seiner Behauptungen enthält der Film nur eine Szene mit Leichen unter Trümmern: Unter einer eingestürzten Mauer ragen etwa zehn Beine hervor. Während des gesamten Krieges wurden Bilder aus Gaza überall ausgestrahlt und veröffentlicht, darunter auch gefälschte Bilder, die schockieren sollten. Der Film zeigt nichts Vergleichbares.

  5. Leichen, die sich nicht stapeln können

    Die Schilderung, aus der Ferne erschossene Menschen seien „einer auf den anderen“ gefallen, widerspricht den Gesetzen der Ballistik und dem menschlichen Verhalten. An dieser Stelle bricht die Erzählung in sich zusammen.

Fazit

NAZA ist ein gezielt konzipiertes Instrument der Überzeugung, keine neutrale Dokumentation. Die Veröffentlichung des Films, geschlossene Vorführungen und eine breite Berichterstattung, obwohl der Film nicht zu sehen war, schufen ein Vakuum. Die Zuschauer füllten es mit Angst und dem Gefühl, Zugang zu verbotenem Wissen zu haben.

Mehr als vierzig Szenen setzen jeweils eine Technik der Beeinflussung ein: hypnotische Sprache, ausgelassenen Kontext, Umdeutungen, hell erleuchtete Balkone in Tel Aviv als Kontrast zu Schilderungen von Bombardierungen in Gaza, eine zusammengeschobene Chronologie und eine suggerierte Holocaust-Analogie. Sie alle steuern auf dieselbe Schlussfolgerung zu: Israel begehe einen Völkermord.

Daneben stehen die Lücken: Hörensagen, das als Tatsache präsentiert wird, fehlende Bildbelege, Frauen und Kinder, die im Bild nicht vorkommen, und der physisch unmögliche Leichenberg, an dem die Erzählung brüchig wird.

Quellen

Alle Artikel, Stellungnahmen und Beiträge, auf die sich diese Seite stützt, vom ältesten zum neuesten. Die Titel stehen in der Originalsprache.

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  5. X · Andrew Fox Reply to jury president's Zone of Interest comparison
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  10. Haaretz · Raviv Drucker צפיתי בסרט נז"א. זה היה קשה מאוד, הזדעזעתי, אבל
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  36. The Free Press · Haviv Rettig Gur Hold Your Applause for the New Gaza Documentary
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  39. Channel 14 · Ziv Shezo נז"א תגיע לאירופה - ובישראל דורשים: קיימו הקרנה מיידית
  40. GB News · Tzipi Hotovely 'PROPAGANDA!' Israeli ambassador responds to Guardian's Gaza film NAZA amid UPROAR
  41. Il Foglio · Giulio Meotti Se anche Hamas elogia “Naza”
  42. Israel Hayom · Nissan Strauchler התשובה של המומחית הבריטית לסרט נז"א: "מעוותים את דיני המלחמה"
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  44. Jüdische Allgemeine · Sabine Brandes (reporting Itamar Eichner's Ynet interview) Kampfpilot weist Vorwürfe von »Naza« zurück
  45. Mena-Watch · Michaela Dudley »NAZA«: Israel-Kritik hat ihren »Preis«
  46. Misgav Institute for National Security & Zionist Strategy · Prof. Kobi Michael The Film "NAZA" – Manipulation on Eight Levels
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  48. X · Ben Caspit X post on NAZA
  49. Israel Hayom · Dr. Michael Oren דעה | לא בבכי, בלחימה קשוחה: כך להגיב לסרט השקרים "נז"א"
  50. Makor Rishon · Elchanan Shpeizer מג'נין ג'נין ועד נז"א: 80 אחוזים מהסרטים כאן לוקחים את אותו צד
  51. Reformatorisch Dagblad · Jeannette Gabay-Schoonderwoerd Waarom bekroonde documentaire NAZA in Israël zelf vooral op afwijzing stuit
  52. The Jerusalem Post · David Ben-Basat What NAZA leaves out about October 7 and Israel’s war in Gaza
  53. Kan News ההאשמות בסרט והקצינים שהיו שם ואומרים: "לא היה ולא נברא"
  54. Maariv · Prof. Aryeh Eldad סערת "נז"א": אפשר לחוות דעה על סרט גם בלי לצפות בו
  55. Mena-Watch · Alexander Gruber »NAZA«: Wie ein Film Israel in die Nähe der Nazis rückt
  56. JNS · Adam Levick The premise of ‘NAZA’ doesn’t hold up
  57. Ynet / Yedioth Ahronoth · Ben-Dror Yemini לוקחים חלק בעלילה
  58. 20il NAZA Fact Check: What the Evidence Actually Shows
  59. Commentary · Seth Mandel NAZA Is a Jump-the-Shark Moment for Israel’s Critics
  60. The Wall Street Journal · Omer Shem Tov Hostages Like Me Were Also 'NAZA'—Collateral Damage
  61. Mena-Watch · Sarit Zehavi Was »NAZA« über Kollateralschäden verschweigt
  62. TheWrap · Shlomi Ben-Meir 'NAZA' Claims About IDF Action in Gaza Deserve a Closer Look | Guest Column
  63. Haaretz · Prof. Danny Orbach עדויות מוטות ומצג שווא: מדוע "נז"א" חוצה את הגבול מעיתונות לתעמולה
  64. Walla! News · אלוף במיל' גיורא איילנד (Maj. Gen. (res.) Giora Eiland) הסרט "נז"א" במבחן המציאות: האם צה"ל חרג מהדין?
  65. Il Foglio · Giulio Meotti Anatomia della perfetta operazione “Naza”. La zona di interesse di Israele
  66. Israel National News · Dr. Alex Grobman NAZA's allegation of a system: What the evidence really shows
  67. The Times of Israel · Emanuel Fabian and Nurit Yohanan NAZA’s claims about IDF conduct in Gaza are grave. So are the film’s journalistic flaws
  68. Yair Miron personal site אחת עשרה מניפולציות בסרט "נז"א"
  69. Zman Yisrael · Emanuel Fabian, Nurit Yohanan הטענות של הסרט "נז"א" נגד צה"ל חמורות. כך גם הכשלים העיתונאיים שלו
  70. taz · Tim Caspar Boehme Debatte um Dokumentarfilm „Naza“: Warum tut ihr das?
  71. JNS · Amelie Botbol 'NAZA' documentary fails to show IDF efforts to prevent civilian casualties, former officer says
  72. The Jerusalem Post · Yisrael Medad NAZA and the rising campaign to demonize Israel
  73. The Jerusalem Post · Ari Tatarka 'NAZA' film at Venice Festival exposes the IDF's struggle to defend its story
  74. X · Yoseph Haddad No such 500 event exists
  75. Enfoque Judío · Elías Cohen NAZA: ¿Dónde termina el documental y comienza el libelo?
  76. Israel Hayom · Yishai Kitchels צפיתי ב80 הדקות של "נז"א" כדי שלא תצטרכו: כך נראית אג'נדה חד צדדית ומקוממת
  77. Jüdische Allgemeine · Sophie Albers Ben Chamo »NAZA«: Die Banalität der Propaganda
  78. The Atlantic · Gal Beckerman The Missed Opportunity of NAZA
  79. AJC NAZA: What to Know About the Controversial Gaza Documentary
  80. IDF Spokesperson press mailing · IDF Spokesperson's Unit תגובת דובר צה"ל לסרט 'נז"א'
  81. IDF Spokesperson's Unit IDF Response to the Film "NAZA" (10-page English document)
  82. Il Foglio · Mariarosa Mancuso Fonti anonime ma gli spettatori applaudono sulla fiducia. “Naza” continua
  83. Israel Hayom · Lilach Shoval סעיף אחר סעיף: צה"ל מפרק את טענות הסרט "נז"א"
  84. JNS · Fiamma Nirenstein ‘NAZA’ turns anti-Israel propaganda into box-office success
  85. Jewish Telegraphic Agency · Deborah Danan In its first detailed response to ‘NAZA’ documentary, IDF claims ‘fundamental errors’
  86. Neue Zürcher Zeitung · Richard C. Schneider Führt Israel den Krieg wie ein Videospiel? Was der Film «Naza» zeigt und was nicht
  87. Perlentaucher · Perlentaucher Efeu editors Efeu - Die Kulturrundschau vom 01.10.2026: NAZA. Peyman Engel und Menasse.
  88. The Algemeiner ‘Misrepresented and Manipulative Depiction of Reality’: IDF Issues Detailed Response to ‘NAZA’ Documentary
  89. The Times of Israel · Emanuel Fabian 'Distorted, misleading, and disingenuous': IDF publishes full response to 'NAZA' film
  90. Washington Examiner · Arie Blitz Before you applaud NAZA: A standing ovation is not proof of a war crime
  91. Ynet · Elisha Ben Kimon כמעט חודש אחרי הסערה, צה"ל מגיב על הסרט נז"א: "תמונה מעוותת ומניפולטיבית"
  92. Il Foglio · Giuliano Ferrara Il documento dell’Idf su Gaza, che smonta il facilismo frivolo e l’ambiguità morale di “Naza”, è un testo di dolorosa serietà
  93. X · Andrew Fox The occupancy map in NAZA
  94. il Giornale · Fiamma Nirenstein Il pubblico italiano pazzo per “Naza”. E le sue bugie antisemite
  95. Libero Quotidiano · Giovanni Longoni Guardate "Naza". Ma non cadete in trappola
  96. X · John Spencer Worse than Hamas propaganda
  97. X · Micha Danzig Genocidal armies don't count collateral damage
  98. yairmiron.com · Yair Miron I Watched NAZA in Full. Here Are Eleven Ways It Misleads Viewers.
  99. J. The Jewish News of Northern California · Oleg Ivanov and Dr. Mike Harris ‘NAZA’ viciously misrepresents Israel’s military
  100. Aish.com · Dr. Yvette Alt Miller NAZA's Biggest Claims, and Why the IDF Says They're Wrong
  101. Associated Press Israeli documentary 'NAZA' opens in the US, reigniting debate over the war in Gaza
  102. Breitbart EXCLUSIVE -- Urban Warfare Expert: Gaza 'Genocide' Libel Is 'Greatest Lie'
  103. Fox News Digital · Rachel Wolf 'I am Omer': Former Hamas hostage reflects on surviving 505 harrowing days in captivity
  104. Il Foglio · Sharon Nizza Alla ricerca di qualche verità. Colloquio con il giornalista Raviv Drucker
  105. The Times of Israel · Avi Lewis The airstrikes we canceled: What NAZA leaves out
  106. Agenzia Nova Peled: "Rapporto solido tra Israele e Italia ma serve un maggiore sostegno dell'opinione pubblica"
  107. HonestReporting · Rachel O'Donoghue The Real “NAZA”: Edited Quotes, Mystery ICC Cases & Unexplained Gaza Footage
  108. Jewish Journal · Alan Zeitlin ‘NAZA’ Proves Nada
  109. The Filitti Brief · Gerard Filitti Before the Missile Flies: How the United States Picks Targets, Weighs Civilian Harm, and Answers for Mistakes
  110. The Jewish Chronicle · Philipp Peyman Engel I’ve seen Naza and it’s a nasty piece of propaganda
  111. Walla! News · Baruch Kra יש עדויות, אין תחקיר: "נז"א" נכשל עיתונאית, אבל אסור לרדוף את יוצריו
  112. Il Foglio · Michele Silenzi Non serve dimostrare i fatti, basta una realtà ricostruita. Oltre Naza
  113. Jüdische Allgemeine · Philipp Peyman Engel Ich habe »Naza« gesehen, und es ist ein übles Stück Propaganda
  114. Tribune Juive · Tribune Juive (unsigned) NAZA : Le cinéma au service de la propagande
  115. X · Embassy of Israel in France Le film « Naza » présente une réalité déformée, trompeuse et malhonnête.
  116. 21 News · Harrison du Bus Documentaire NAZA : Tsahal dénonce une « réalité déformée, trompeuse et malhonnête »
  117. X · Andrew Fox NAZA proves the IDF did collateral damage estimates
  118. X · Salo Aizenberg Collateral damage skewed to fighting-age men
  119. The Times of Israel Blogs · Dinah Bucholz The "NAZA" Saga
  120. Alliance · Lou Helwaser and 28 signatories (incl. Richard Berry, Michel Boujenah, Élie Chouraqui, Éric Naulleau, Rachel Khan, Avi Pazner, Nathalie Cohen-Beizermann) Tribune. Une rescapée de la Shoah et vingt-huit personnalités contre le film NAZA
  121. X · Salo Aizenberg Was Israel Justified in Bombing Hamas Combatants in Their Homes?
  122. The Jewish Chronicle · John Nathan NAZA review: ‘This is what happens when artists and activists do the work of objective journalists’ ★★
  123. X · Salo Aizenberg NAZA: A Propaganda Film Masquerading as an Investigation of the Gaza War
  124. Aurora · Leonardo Rubinsky Graves acusaciones sin pruebas: película NAZA
  125. Report24 · Florian Machl Film NAZA: Hasspropaganda gegen Israel auf Basis anonymer, nicht überprüfbarer Aussagen
  126. The Wall Street Journal · Kyle Smith 'NAZA' Has Nada on Israel